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Deutsche KI: Wunsch mit Bedingungen

Viele Unternehmen wünschen sich KI aus Deutschland. Eine neue Bitkom-Befragung zeigt, welche Bedingungen sie daran knüpfen und was die Zahlen offenlassen.

Deutsche KI hätte bei vielen Unternehmen einen guten Start. Ob daraus ein Auftrag wird, ist eine andere Frage. Genau diese Lücke macht eine neue Bitkom-Befragung interessant.

Der Verband hat die Ergebnisse am 2. November zum Digital-Gipfel veröffentlicht: 96 Prozent würden bevorzugt KI deutscher Anbieter nutzen. 64 Prozent wollen dafür allerdings keine Nachteile hinnehmen, etwa höhere Preise oder weniger Funktionen. Die Originalveröffentlichung zeigt einen Herkunftswunsch mit Bedingungen, keine abgeschlossenen Käufe.

Was die Befragung erfasst

Die Angaben zur Herkunft und zu Nachteilen stammen aus einer telefonischen Befragung von 603 Unternehmen in Deutschland ab 20 Beschäftigten. Erhoben wurde in den Kalenderwochen 28 bis 33 des Jahres 2026. Bitkom bezeichnet die Umfrage als repräsentativ. Kleinstbetriebe sind damit nicht abgebildet; eine November-Messung ist es ebenfalls nicht.

Die Frage zu möglichen Nachteilen beschreibt einen Dienst, der Daten ausschließlich in Deutschland und vor ausländischem Zugriff geschützt verarbeitet. Das ist die Annahme der Frage, kein geprüfter Schutz eines konkreten Angebots. Eine zweite Befragung zu politischen Forderungen wird im selben Beitrag getrennt ausgewiesen.

Die Herkunft braucht eine klare Bedeutung

Ich würde aus dem Ergebnis vor allem eine Aufgabe für das Einkaufsgespräch ableiten: Was soll die deutsche Herkunft im eigenen Betrieb konkret verbessern?

Vielleicht möchte ein Team einen Ansprechpartner vor Ort. Vielleicht will es genauer nachvollziehen können, wer einen Dienst betreibt. Das wären unterschiedliche Erwartungen. Wer sie vor dem Vergleich ausspricht, kann später gezielter nachfragen.

Bei einem Angebot würde ich deshalb nach der Rolle des Anbieters fragen: Entwickelt er das Modell selbst, betreibt er die Anwendung oder verbindet er vorhandene Dienste? Keine dieser Antworten wäre für mich allein ein Ausschlussgrund. Ich möchte aber wissen, worauf ich eine Entscheidung stütze. Die Anschrift auf einer Website beantwortet diese Frage noch nicht.

Ein Vergleich am eigenen Auftrag

Nehmen wir einen fiktiven Betrieb, der Kundenanfragen für die Angebotserstellung vorbereiten lassen möchte. Zwei KI-Angebote erhalten dieselbe bereinigte Beispielanfrage. Das Team prüft, ob beide die benötigten Angaben erkennen und fehlende Informationen kenntlich machen.

Ich würde auch den nächsten Arbeitsschritt ansehen. Kann die zuständige Person mit dem Entwurf weiterarbeiten? Wie viel muss sie nachtragen oder berichtigen? Ein günstiger Zugang wäre für diesen Versuch wenig hilfreich, wenn die Vorbereitung anschließend mehr Zeit kostet als vorher. Umgekehrt müsste ein teureres Angebot einen für diese Aufgabe nachvollziehbaren Vorteil zeigen.

Das wäre ein eigener betrieblicher Vergleich, kein Ergebnis der Bitkom-Umfrage. Die Befragung sagt nicht, welches Produkt diese Prüfung bestehen würde.

Ein gutes Gespräch ist noch kein Auftrag

Für deutsche KI-Anbieter ist die Herkunftspräferenz aus meiner Sicht ein brauchbarer Gesprächseinstieg. Ich würde sie aber nicht als Zusage behandeln, dass Betriebe ein passendes Angebot unabhängig von seinen Schwächen kaufen werden.

Für die Auswahl gefällt mir deshalb eine einfache Reihenfolge: erst klären, was die Herkunft leisten soll, dann genau das am Angebot prüfen. Anschließend muss die Anwendung bei der vorgesehenen Arbeit überzeugen. So bleibt der Wunsch nach deutscher KI ein nachvollziehbares Kriterium, ohne die eigentliche Entscheidung vorwegzunehmen.

Quelle und Bildhinweis

Bitkom: Herkunftspräferenz für KI, Veröffentlichung vom 2. November 2026 mit Methodik.

Quellenstand: 6. November 2026. Auswahlfragen und Betriebsbeispiel sind eigene Einordnung, kein Kundenfall oder Produkttest. Titelbild: KI-Illustration mit GPT Image 2.5 Sunburst auf Basis des CodeCell-Maskottchens.

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